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Vollständige Version anzeigen : "Blumen-Blau" - nicht richtige Wiedergabe


Juco
28.05.07, 18:43:07
Hallo,

ich teste meine Neue -FinePix S6500fd - und bin auf ein, für mich, kleines Phänomen gestoßen:

Im Garten habe ich die verschidensten Modi probiert, und musste feststellen, dass die Farbe dieser
Blume nicht originalgetreu wieder gegeben wurde. Es handelt sich um ein intensives leuchtendes
Blau - Kobaltblau ! Diese Farbe habe ich bei einer Pflanze noch nicht gesehen.

Also: Fine Pix - Bild 01 und 1 - Weißabgleich automatisch - Schatten
Bild 2 - manueller Weißabgleich
eine betagte Canon DX 3500 (2MP) mit automatischen Weißabgleich - Bild 3 und 4

Ist das Problem eigentlich ein Problem des Weißabgleichs? Warum komme ich nicht auf dieses tiefe Kobaltblau? Lila bzw. Violett hat m.E. nichts mit Blau und schon gar nichts mit Kobaltblau zu tun!

Hat jemand eine Lösung?

Grüße

chwachsmuth
28.05.07, 19:06:34
Die Farbräume von Kamera, menschlichem Auge, Monitor, gedrucktem Papier sind alle verschieden, trotz "Kalibrierung"
http://de.wikipedia.org/wiki/Farbraum

ralfeberle
28.05.07, 19:30:28
Hallo!

Genau. Bei hochgesättigten Farben kann evtl. unser übliches sRGB nicht ausreichen. Bei Blau ist allerdings fraglich, ob selbst mit AdobeRGB eine signifikant bessere Näherung möglich ist. Und wenn der Monitor bei Dir kein so Blau darstellen kann, ist spätestens dann Ende. Auch auf Papier ist Blau am schwächsten, als Papierbild wäre also das Ergebnis noch weiter von Deinen Erwartungen entfernt.

Gruß,

Ralf

HeiM
28.05.07, 20:23:53
Diese Probleme gibt es bei allen blauen/lila und teilweise auch roten Farben bei Pflanzen.
Die Kamera und früher auch der Farbfilm lassen sich nicht täuschen wie das Auge.
Das erleben ich bei meinen (speziell) Rhododendren-Aufnahmen immer wieder. Früher konnte ich mich darüber nur ärgern, heute kann ich mittels EBV die Farbe entspr. korrigieren und Kammera und Auge wierder in Gleichklang bringen.

O.S.
29.05.07, 10:51:23
Vielleicht noch eine kleine Ergänzung:

Am Anfang der Aufnahmekette steht der Kamerasensor. Jeder CCD-Hersteller hat eigene Kennlinien für die Erfassung von Farben. Mit Kennlinie meint man die Empfindlichkeit, mit der eine Sensordiode für die unterschiedlichen Wellenlängen empfindlich ist, also für Rot, Grün und Blau.

Alle bisherigen Sensoren und leider auch konventionelle Bildschirme unterliegen der Beschränkung, Farben jenseits des "normalen" Blaus - also ab Kobaltlbau bis Tiefviolett nicht erfassen bzw. nicht ordentlich darstellen zu können. Wahrscheinlich aus Kostengründen hat man sich beim Fernsehen sowie bei digitaler Reproduktion (Digicams, Monitore,..) auf ein engeres Farbband ("normales" Rot bis "normales" Blau) beschränkt. Das reicht halt meistens.

Hat man mal den Fall, Violetttöne einigermaßen originalgetreu wiedergeben zu wollen, muss ein Anteil Rot zum Blau dazugemixt werden. Entweder macht die Kamera das "aus Versehen" selbst oder aber man bemüht FixFoto. ;)

Gruß, Olaf

Juco
29.05.07, 17:17:23
Hallo,

danke für eure "Anteilnahme", aber so recht will es mir nicht in den Kopf. Die Canon ist im Zentrum
des Topfes (Bild3) sehr nahe an der Realität. Ich dachte mir das schon, dass es diese Farbräume gibt, bei denen Hopfen und Malz verloren ist. Aber ich bin leicht säuerlich und werde mal was versuchen ... ich melde mich wieder.

Danke!

Juco
29.05.07, 17:41:24
Falls jemand mal an einem GartenCenter vorbei kommt - die Pflanze heißt "Senetti"- blaue Sorte.
Wenn ihr die seht, dann versteht ihr meine "Aufregung"!

Aber ich melde mich trotzdem noch einmal.

Juco
29.05.07, 19:27:25
Hat man mal den Fall, Violetttöne einigermaßen originalgetreu wiedergeben zu wollen, muss ein Anteil Rot zum Blau dazugemixt werden. Entweder macht die Kamera das "aus Versehen" selbst oder aber man bemüht FixFoto. ;)

Gruß, Olaf

Hallo Olaf - kannst du mir das mal zeigen? Ich meine;)

Doehns
29.05.07, 20:26:23
Wie Heinz schon schrub: nicht der Sensor liegt falsch, sondern unsere Augen sehen die Farben falsch.
Die Glasur des Frosch ist da ehrlicher- die funktioniert bei beiden.
Hinzu kommt noch das Problem, dass die Belichtungsmesser davon ausgehen, von einigermassem grauen Licht beleuchted zu werden- da kann eine der Grundfarben RG undB schon mal extrem geclippt werden- in Deinem Fall eben das Blau. Da hilft nur stark unterbelichten und dann eben in FF nachhellen, ohne das die Blautoene rauslaufen- muesste ich aber auch erst probieren, ob das was taugt.

O.S.
29.05.07, 20:39:16
Hallo Juco,

sorry, hatte dich falsch verstanden, dachte die Blumen wären violett.
Ob Sensor oder Auge falsch liegt, ist finde ich egal. Das Foto soll letztlich einen ähnlichen Farbeindruck vermitteln, wie die Realität...

1. und 2. Bild sind von der Fuji leider etwas überbelichtet, d.h. Blau ist "geclippt", wie Doehns das geschrieben hat. Etwas verbessern kannst du den Farbton durch die Funktion "Auf-/Abblenden", indem du die Helligkeit um "-255" verrringerst. Zusätzlich könntest du die Maske Farbe/Helligkeit/Sättigung einsetzen, um nur die Blüten zu maskieren und dann erst Abzublenden.

Die Fujis mit SuperCCD (F10, F11, F30, F31, S6500, S9500, S9600 usw.) sind recht empfindlich gegenüber Überbelichtungen, je nach Modell stärker oder schwächer. Im Fujiforum wird deshalb immer wieder mal empfohlen, lieber deutlich unterzubelichten. Insbesondere bei farbintensiven Motiven am besten auf -1 EV belichten und nachträglich in FixFoto die Helligkeit etwas korrigieren.

3. Bild hat einen falschen Weissabgleich. Grauabgleich auf das Auge des Froschs und danach ein bisschen Abblenden.

4. und 5. Bild. Zum Vergleich mal mit der Funktion "Auf-/Abblenden" ein bis zwei Blendenstufen aufhellen, dann siehst du, dass sich die Farbe den Fuji-Farben annähert.

Gruß, Olaf

Doehns
29.05.07, 21:07:45
Stell doch bitte mal ein verkleinertes Orginal von z.B. Bild#1 rein- die Histogramme zeigen naemlich tatsaechlich einen extrem abgebrochenen Blau-Kanal, aber die Histogramme sind ob Deiner Veruche schon extrem zerfranst.
Olafs -1EV hlate ich da fuer optimistisch- das koennen auch locker -2 oder gar mehr sein, die man braucht, um den Blaukanal zu erhalten- muesste man mal ausprobieren, ob dann nicht schon im Gruenen und Roten die Tiefen absaufen.
Postprocessing stoesst hier sicherlich an die Grenzen des Machbaren, waere aber interessant zu sehen, ob man es mit extremer Unterbelichtung noch in den Griff kriegen koennte.
Und wer nicht zum naechsten Floristen laufen will: blau/violette Petunien sind auch ganz fiese Kandidaten.

Gernot
30.05.07, 08:42:29
Läßt sich evtl. mit reduzierter Sättigung etwas erreichen? Habe in den letzten Tagen beim Fotografieren von Orchideen in unserer Umgebung festgestellt, daß oftmals mindestens einer der 3 Farbkanäle in die Sättigung geht, also den Wert 255 erreicht. Habe dann in RAW fotografiert und beim Bearbeiten mit Hilfe der Bereichsüberschreitungsanzeige pingelig darauf geachtet, daß ich nichts in die Sättigung bringe. Die Aufnahmen sehen dann nicht mehr "so schön leuchtend" und kontrastreich aus, aber die Farben wirken natürlicher. Bei den von Juco hochgeladenen Fotos ist auch mindestens 1 Kanal in der Sättigung.

Gernot

Tosch
30.05.07, 09:00:00
Ersteinmal lieben Dank an Olaf und Doehns für die hilfreiche Aufklärung zur Farbempfindlichkeit des Sensors. Vielleicht habt ihr zwei da ja noch ein paar mehr Fakten?
Nach meiner - in diesem Punkt leider etwas unterbelichteten - Erinnerung haben alle Sensoren Probleme mit der Farbwiedergabe (das sie etwa besonders rotempfindlich sind?), so dass kameraintern immer irgendeine Korrektur vorgenommen werden muss ?

Praktisch habe ich dass erstmals erlebt, als meine Tochter und ich einen Sonnenuntergang (genauer einen fast violetten Himmel) fotografierten. Während meine Kamera (Canon a710is) lediglich einen tiefen Blauton wiedergab, war auf der kleinen Samsung digmmax die Rottönung noch sehr schön zu erkennen. Auch diverse Korrekturen an den Farbeinstellungen der Canon, sowie andere Belichtungszeiten brachten kaum ein besseres Ergebnis!
Mein Fazit: Bei extremen Farbsituationen liefern die Knipsen doch sehr unterschiedliche Ergebnisse. Ich habe übrigens meine Zweifel, ob man da im Nachhinein noch sehr viel zum Guten ändern kann...

Gruß
Tosch

O.S.
30.05.07, 09:00:39
...Habe dann in RAW fotografiert und beim Bearbeiten mit Hilfe der Bereichsüberschreitungsanzeige pingelig darauf geachtet, daß ich nichts in die Sättigung bringe. Die Aufnahmen sehen dann nicht mehr "so schön leuchtend" und kontrastreich aus, aber die Farben wirken natürlicher. Hallo Gernot, wie hast du denn das RAW "entwickelt"? Für einen knackigen Eindruck sollte man den Kontrast und die Farbsättigung etwas erhöhen:
1. S-Kontrast 0.2 bis 0.4
2. Farbsättigung (Farbresonanz, li Regler nach unten) nach Augenschein etwas erhöhen

Sind die Bilder dann immer noch flau?

Gruß, Olaf

Gernot
30.05.07, 09:42:00
Hallo, Olaf,

ja, ich habe mit S-Kontrast (ich meine im Bereich 0,3...0,4) die Fotos verbessert. Ich finde sie dann auch gar nicht schlecht, aber wer knackige Fotos gewohnt ist, wie sie v.a. sehr einfache Kameras ohne Einstellmöglichkeit liefern, wird die eher als zu flau empfinden. Mir gefallen sie so.

Gruß

Gernot

Juco
31.05.07, 20:34:29
Hallo,
entschuldigt bitte, aber die Arbeit geht vor. Ein Engpass und da mussten alle helfen. Entschuldigung!
Stell doch bitte mal ein verkleinertes Orginal von z.B. Bild#1 rein- die Histogramme zeigen naemlich tatsaechlich einen extrem abgebrochenen Blau-Kanal, aber die Histogramme sind ob Deiner Veruche schon extrem zerfranst.

... ein verkleinertes Bild vom Original.
Mir ist auch aufgefallen, dass die Farben der Blume im Schatten richtiges dunkles Blau ergeben.
Ich habe dann mal einen Scan gemacht ... das Blau ist da, aber das war's auch.
Vielleicht seht ihr die Blume mal im GartenCenter, dann werdet ihr wissen, um was es mir ging.
Ich bedanke mich bei und schönes Wochenende!

Grüße

O.S.
31.05.07, 21:57:54
Hallo Jürgen,
nach allen Spekulationen oder Theorien über Farbwiedergabe bin ich mir bei deinen Beispielen ziemlich sicher, dass die Kamera im Blaukanal übersättigt = überbelichtet hat.

Am besten die Lieblingsmotive noch mal mit Belichtungskorrektur -1...-2 EV ablichten.

Den gleichen Effekt hast du bei überbelichtetem blauen Himmel, der dann häufig türkis wird. Die Farbe gibbet so auch in der realen Welt nicht.

Gruß, Olaf

HeiM
31.05.07, 22:28:50
noch ein Hinweis, der in die Richtung zielt, die Olaf beschreibt:
Wenn ich Aufnahmen von meinen Rhododendren mache, grundsätzlich nicht bei Sonne, sondern früh, bzw. abends, wenn die Pflanzen im Schatten liegen, oder bei bewölktem Himmel.
Denn in den Rhodofarben, vor allem blaue Typen, stecken violette Elemente, die das Auge als Blau wahrnimmt, der Farbfilm bzw. der Chip aber mit viel mehr Rotanteil wiedergeben.
Ich denke aber, daß bei Jürgens Senicio noch extra eine Fehlbelichtung vorliegt.

Juco
31.05.07, 23:47:46
Hallo,
Am besten die Lieblingsmotive noch mal mit Belichtungskorrektur -1...-2 EV ablichten.

... ok, mach ich nochmal ...
Denn in den Rhodofarben, vor allem blaue Typen, stecken violette Elemente, die das Auge als Blau wahrnimmt, der Farbfilm bzw. der Chip aber mit viel mehr Rotanteil wiedergeben.

... bei den Bildern die ich im Internet von der Senetti gefunden habe, ist das gleiche Problem zufinden ...

Ich melde mich am Samstag noch mal.
Bis dann und danke.

Grüße

O.S.
31.05.07, 23:57:56
Wenn es um Belichtung und Farben geht, kann ich es einfach nicht lassen... ;)
Hier mal dein erstes Bild, mit meinem kleinen Skript Belichtungskorrektur\-2 Stufen abblenden "behandelt. Nur durch Abblenden kommt es schon eher in die Richtung, oder?
http://img509.imageshack.us/img509/8205/senettipy8.th.jpg (http://img509.imageshack.us/my.php?image=senettipy8.jpg)

Juco
01.06.07, 09:16:24
Hallo Olaf,
ja das sieht gut aus. Ein ähnliches Ergebnis habe ich auch erhalten. Ich nehme mal an, dass in der
Blütenfarbe ein fluoreszierender Stoff enthalten ist, der diese Wirkung hervorruft. Anfang der
90'er Jahre waren Autolacke mit Mineraleffekt beliebt. So oder so stelle ich mir die Wirkung vor.
Aber probiere mal noch etwas.

Schönen Tag - Grüße vom ...